Ab heute ist meine Dissertation als
eBook beim Verlag Springer VS erhältlich.
Das Buch umfasst 501 Seiten und lässt sich folgendermaßen zusammenfassen:
Im Mittelpunkt steht die Frage nach der
Entwicklung und Veränderung Journalistischer Darstellungsformen in
Tageszeitungen – in historischer Betrachtung, aber vor allem im
Zeitraum von 1992 bis 2012. In einem ersten Schritt wurden theoriegeleitete und
theorieferne Definitionsansätze zur Bestimmung des Begriffs ‚Journalistische
Darstellungsform‘ aus (alten und neuen) Quellen aus Deutschland und auch aus
anderen Ländern gesichtet und nach Abgrenzung von anderen Zeitungstextmerkmalen
und theoretischen Konzepten zur Erarbeitung einer Definition genutzt. In einem
zweiten Schritt wurden die historischen Bedingungs-faktoren betrachtet, die bei
der Entstehung der Darstellungsformen gewirkt und ihre Entwicklung über die
Jahrhunderte bis in die Gegenwart beeinflusst haben. In einem dritten Schritt
wurden zwölf Experten aus Zeitungs-, Zeitschriften- und
Nachrichtenagenturredaktionen in Deutschland leitfadengestützt interviewt, um
den aktuellen Umgang mit den Darstellungsformen besser zu verstehen,
Innovationen zu ermitteln und auch nach den Gründen für diese zu fragen.
Aufbauend auf diese ersten drei Schritte ließ sich ein modellhaftes Schema aufstellen,
das die wichtigsten Bedingungsfaktoren bei der Entwicklung Journalistischer
Darstel-lungsformen stichwortartig festhält. Im vierten Schritt wurde nach einer
Kritik bisher vorliegender Studien eine eigene quantitative Inhaltsanalyse von
vier Tageszeitungen aus Deutschland (Frankfurter
Allgemeine Zeitung, Frankfurter Rundschau, Die Welt, Allgemeine Zeitung
Mainz) konzipiert, durchgeführt und ausgewertet. Dabei wurden erstmals die
einzelnen Stilmittel der Darstellungsformen getrennt voneinander erhoben.
Mittels einer Clusteranalyse konnten dann aus 1.734 Zeitungsartikeln elf Typen
von Darstellungs-formen identifiziert werden, die abseits der Lehrbuchwirklichkeit
in der Realität des Zeitungsjournalismus in Deutschland wirklich vorkommen.
Gänzlich neu ist der ‚umfassend gestaltete Lokalaufmacher‘. Die Vielfalt
genutzter Formen hat im Zeitverlauf zugenommen. Lehrbuchregeln zum Schreiben
der Formen verlieren an Bedeutung, wenngleich nach wie vor baukastenartige
Schreibschemata zutage treten. Die Zeitungsbeiträge sind im Durchschnitt
länger, tiefgründiger und meinungshaltiger geworden. Sie werden heute mehr als
früher portioniert und visuell aufbereitet. Die vier untersuchten Zeitungen
haben jeweils eine eigene ‚redaktionelle Handschrift‘ und entfernen sich diesbezüglich
über die Zeit hinweg voneinander. Bei den Ressorts zeigt sich der umgekehrte
Trend. Die Vielfalt der Formen wird, so die Prognose, ebenso zunehmen wie das
Baukastens-chema. Mehr Meinung wird als Problem bewertet, weil sie dem Vertrauen
in den Zeitungsjournalismus abträglich zu sein scheint.
Dem eiligen Leser seien die Kapitel 1.2, 3.3, 4.3, 6.2.4 und 7.1 empfohlen.
Noch ist das Buch nicht im Handel und in den wissenschaftlichen Bibliotheken des Landes erhältlich. Sobald es soweit ist, gibt es eine Meldung.